Die aus dem Jura stammende Regisseurin und Schauspielerin Arianna Camilli beschäftigt sich mit dem Phänomen der Entschuldigungsvideos, die seit einigen Jahren in großer Zahl in den sozialen Netzwerken kursieren. Dabei handelt es sich um öffentliche Geständnisse, in denen sich YouTuber*innen, Künstler*innen und Politiker*innen allein vor der Kamera filmen, um auf Vorwürfe – häufig wegen sexueller Übergriffe – zu reagieren. Diese Videos, die mittlerweile ein eigenständiges Genre bilden, folgen alle denselben Mustern: inszenierte Reue, ein Anflug oder eine Flut von Emotionen, grosse Reden. Es geht weniger darum, sich zu entschuldigen, als vielmehr darum, den Schaden zu begrenzen – und vor allem die Anzahl der Follower zu sichern…
Zwischen Humor und Unbehagen ist So sorry (now please watch) ein groteskes, bissiges Theaterduett, das die Mechanismen dieser Entschuldigungsvideos seziert. Aus dem Ruder laufende Körper, zusammenbrechende Gesichter, überbordende Emotionen: Das Stück spielt diese öffentlichen Geständnisse nach, verzerrt sie und treibt sie auf die Spitze.
Das Stück entlarvt die mediale Manipulation von Emotionen, verspottet die vorgetäuschte Intimität der sozialen Netzwerke und hinterfragt den Begriff der Vergebung im digitalen Zeitalter.
Zusätzliche Info: Gespräch nach der Vorstellung am 20. Januar
